Nachrichtenmüdigkeit: Jetzt ist nicht die Zeit für Realitätsflucht // Teil 1

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Wir leben in unruhigen Zeiten. Wir können allzeit in endlose Informationsfluten springen.

Überforderung macht sich breit. Und Müdigkeit. Oft haben wir den Eindruck, die Nachrichtenmenge nicht mehr bewältigen zu können. Stichwort: Information Overload.

“Warum ich keine Nachrichten mehr konsumiere” – diese Aussage lesen wir auf Blogs. Wir hören sie in Podcasts. Doch: Eine Nachrichtendiät löst keine Probleme, weder die Informationsflut noch die Gefühle von Überforderung und Ohnmacht.

Denn:

Wie sollen wir wissen, dass wir uns für den Fortbestand unserer Werte einsetzen müssen, wenn wir über das Straucheln der Demokratie nicht informiert sind?

Nachrichten sind ein Privileg

Die Liste “Feinde der Pressefreiheit” von Reporter ohne Grenzen umfasst 35 Staats- und Regierungschefs, Organisationen und Geheimdienste (Stand 2016).

Wie frei kritische Stimmen geäußert werden können, macht den Zustand einer Demokratie sichtbar: Laut dem Democracy Index der Economist Intelligence Unit erlebten wir 2017 den stärksten Rückgang der weltweiten Demokratie seit Jahren. Als besondere Herausforderung für die Zukunft betont der Report den Schutz der freien Meinungsäußerung.

Unabhängige Medien sind ein Privileg, das wir nutzen sollten. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir Zugang zu kritischen Informationen haben und reflektierte Debatten führen können.

Brian Stelter on Twitter

Gut gegen Böse

Wenn wir Nachrichten ignorieren, ignorieren wir auch die Werte unserer Demokratie.

Demokratie funktioniert, wenn wir die Meinungs- und Pressefreiheit wahrnehmen, wenn wir kritische Informationen und unabhängige Medien zur politischen Willensbildung und zur Informationsvermittlung nutzen. Wenn wir keine Erfahrung mit Nachrichten, keine Übung mit Informationsaufnahme haben, fällt es uns schwerer, Informationen zu beurteilen, gute und schlechte Quellen zu unterscheiden, Fakten von Emotionen zu unterscheiden.

Wie sollen wir eine aufgeklärte Wahlentscheidung treffen, wenn wir nicht wissen, wie sich die Parteien in den letzten Jahren verhalten haben?

Wenn wir das Leben in unserer Gesellschaft aktiv mitgestalten möchten, müssen wir wissen, was die Welt umtreibt. Damit wir informierte Entscheidungen treffen können, die faktenbasiert sind.

Im zweiten Artikel zur Nachrichtenmüdigkeit tönt es etwas positiver: Ich erzähle euch mehr zu den Auswirkungen von Nachrichten und wie ich mich vor Informationsüberflutung schütze. Schaltet also wieder ein.

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