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Nachhaltigkeit Nähen Slow Sewing

Nachhaltiger Nähen in 6 Schritten – Cropped Top mit Rollkragen

01/09/2017

Man sieht ein Schnittmuster und kauft den Stoff dazu. Bei jedem neuen Schnittmuster.

Ist das nachhaltig? Kann man das als Slow Fashion bezeichnen?

Teuer ist es definitiv. Und nicht wirtschaftlich. Denn der Berg mit den Stoffresten wächst bei jedem Projekt. Was passiert mit den Resten? Werden sie in Kisten versauern oder weggeschmissen?

Rollkragenshirt mit roten und weißen Streifen

Bei Kaufkleidung achte ich zunehmend auf die Produktions- und Arbeitsbedingungen. Beim Nähen war das bisher anders. Ich hatte meistens keinen Schimmer, wie die Stoffe produziert wurden. Den Stoffkaufrausch, das Äquivalent des Kleidungskaufrauschs, kenne ich zu gut. Das Ergebnis? Am Ende ist irgendwas übersättigt: der Kleiderschrank, die Restekiste oder die Mülldeponie. Allein in Deutschland landen pro Jahr ungefähr 400.00 Tonnen Alttextilien und Schuhe im Müll.*

Mein Nähen ist noch weit davon entfernt, nachhaltig zu sein. Angesichts meines Kaufverhaltens wäre es nur konsequent, ausschließlich fair produzierte Stoffe zu verarbeiten. Und nur das zu nähen, was ich auch wirklich tragen möchte. Länger als eine Saison.

Slow Sewing statt Zuwachs für die Restekiste

Selbstgenähtes Shirt mit Rollkragen

Nachhaltigeres Nähen funktioniert umgekehrt als oben beschrieben. Diese sechs Schritte habe ich mir vorgenommen:

  • Keine Stoffe auf Vorrat kaufen, nur weil sie schön sind. Stattdessen bewusst nach Stoffen Ausschau halten, die man oft tragen möchte.
  • Schnittmuster nur kaufen, wenn sie wirklich zum eigenen Stil passen.
  • Ein Kleidungsstück nähen, weil man es braucht. Nicht, weil es ein Must Have ist oder der letzte Blogbeitrag schon so lang her ist.
  • Löcher und kleine Risse selbst reparieren, statt das Teil wegzuwerfen.
  • Ungeliebte Kleidungsstücke kann man upcyclen oder auf Kleidertauschbörsen weitergeben.
  • Stoffreste kann man mit kleineren Projekten aufbrauchen, zum Beispiel für waschbare Abschminkpads.

#Fabricdestash mit bewusstem Nähen

Statt neuen Stoff zum neuen Schnittmuster zu kaufen, schaue ich mittlerweile eher, welches Material ich schon besitze. Und überlege dann, was ich daraus nähen könnte. Ich suche nach Schnittmengen zu meiner To Sew Liste. Manchmal kommt dabei ein Kleidungsstück raus, das ich so nie genäht hätte. Dann freue ich mich, den Schritt aus meiner Nähkomfortzone gewagt zu haben. So geschah es auch bei diesem Top.

Cropped Top mit Rollkragen

Rot-weiß gestreiftes Shirt mit Rollkragen

Cropped Shirt aus Rib-Jersey

Kurzes Shirt aus rot-weiß gestreiftem Jersey

Streifen sind natürlich mein Ding. Aber rot? Sieht man selten an mir. Und noch seltener ist diese Länge. Im Laden hänge ich Cropped Shirts schnell wieder auf die Stange. Beim Rollkragenshirt hat der Stoffrest aber nicht für ein „ganzes“ Shirt ausgereicht. Egal, wie sehr ich gepuzzelt habe. Dabei ist das Schnittmuster von Stoff & Stil eines meiner liebsten Basicschnitte. Also hab ich mich getraut, die Länge angepasst und finde das Teil jetzt ganz wunderbar.

Was denkt Ihr: Ist selbst Nähen grundsätzlich nachhaltiger als Kleidung kaufen? Achtet Ihr darauf, wo und wie eure Stoffe produziert wurden? Was macht Ihr mit Stoffresten?

Ich bin gespannt auf eure Meinung!

Stoff: Rib-Jersey aus der Restekiste

Schnitt: Stoff & Stil

*Textil-Fibel 5, Greenpeace Magazin, S. 26.

(Verspätet) verlinkt bei 12 Colours of Handmade Fashion

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